April 2010 - Vorhang auf und Manege frei für den „Kinderzirkus Pfefferoni“

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Kelsterbach, April - Am 24. und 25. April hob sich der Vorhang für den „Kinderzirkus Pfefferoni“ im Gemeindezentrum der Petrusgemeinde im Kleinen Kornweg in Kelsterbach. In drei Aufführungen zeigten 127 Kinder aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet, was sie seit Januar an Artistik, Jonglage, Clownerie und Akrobatik gelernt hatten. In insgesamt drei Vorstellungen entführten die Nachwuchsartisten das Publikum in ein „Unterwassser-märchen“. Die Rahmengeschichte handelte von einer Familie von Seegurken, die sich auf der Suche nach einem neuen Zuhause verschiedene Wohngemeinschaften ansieht und auf eine große Artenvielfalt bei den Meeresbewohnern trifft. Große Rochen wurden von Einradfahrern dargestellt, die sich schnell und elegant in der Manege drehten. Danach boten als Schwämme verkleidete Seilspringer ihr Können in Formation dar. Die Clownfisch-Akrobaten bauten Menschenpyramiden auf. Großen Applaus erntete die Gruppe der „Seeanemonen“: Ball und Reifenläufer die nebenbei noch jonglierend durch einen Parcour liefen oder von einem Ball zum nächsten sprangen. Stelzenläufer in Algenkostümen tanzten ihre Choreographie über Hindernisse und die Trapezkünstler in Regenbogenfisch-Kostümen schwangen sich elegant und gewagt durch die Luft. Selbstverständlich durfte auch eine Gruppe Clowns, die mit kleinen Sketchen und Konfetti-Regen das Publikum zum Lachen brachte, nicht fehlen.

Seit Januar hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 6 bis 12 Jahren sich auf diesen großen Auftritt vorbereitet. Kimmo Meissner aus Offenbach lernte dabei Diabolojonglieren. „Das Gefühl kurz vor dem Auftritt ist so toll –dieses Kribbeln im Bauch ist so doll…“ freute sich der Siebenjährige, dessen Gruppe mit zu den Höhepunkten der Aufführung gehörte.

Auch die Eltern der Teilnehmer sind begeistert. Britt Eichhorn aus Bad Soden, deren sechsjähriger Sohn Marius zum ersten Mal dabei war, hatte genau nach einem solchen Projekt gesucht. „Mir war es wichtig, dass mein Kind in einer Gemeinschaft etwas auf "die Beine stellt“. Etwas, das ihm Selbstvertrauen schenkt. Im Internet bin ich auf das Zirkus-projekt Pfefferoni gestoßen und habe sofort angerufen. Mein Sohn ist begeistert bei den Ball-Läufern dabei.“ Beeindruckt ist die junge Mutter auch vom Engagement der ehrenamtlichen Helfer. „Für mich ist es erstaunlich, wie viele Leute sich hier einbringen. Über 70 Leute haben 3 Monate ihre Zeit investiert.“

Julia Hildebrandt aus Frankfurt leitete in dieser Zeit die Akrobaten-gruppe. „Zu sehen wie die Kinder von Woche zu Woche Fortschritte machen, das ist echt motivierend. Man versucht sich ein 9-Wochen-Konzept zu überlegen und während dieser Zeit gibt es Phasen, in denen nichts voranzugehen scheint. Und dann macht es plötzlich "Klick" und die Choreographie steht fast. Ich habe durch mein Engagement erst selbst gemerkt, wie viel in meiner Kindheit in mich investiert wurde durch meine Familie und wie wichtig das für mich war. Ich möchte dies einfach gerne an die Kinder im „Pfefferoni“-Zirkus weitergeben.“.

Den Abschluss der Aufführungen bildeten die „Nixen und Wassermänner“, die ihr Können als Seiltänzer unter Beweis stellten. Hüpfend oder auch rückwärts laufend und sogar mit verbundenen Augen überquerten sie dabei die Manege auf dem Seil. Zirkusdirektorin Schmidt fasste vor dem bunten Aufmarsch aller Beteiligten, in dem sich noch einmal alle Teilnehmer winkend vom Publikum verabschiedeten zusammen: „Es ist einfach wunderbar zu sehen, wie viel die Kinder gelernt haben. Sie haben sich an viele neue Dinge herangewagt, sich anfangs nicht immer getraut –aber durchgehalten und es jetzt geschafft, dies alles aufzuführen.“ Nachwuchssorgen hat das Kinderzirkusprojekt keine. Viele der Artisten wollen gerne auch beim nächsten Mal dabei sein. Annika Zweschper aus Kelsterbach ist sich dabei ganz sicher: „Seiltanzen war toll – aber nächstes Mal will ich zum Trapez.“
 
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